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Geschichtliches zu Goßwitz

Das genaue Geburtsdatum für eine menschliche Ansiedlung lässt sich, im Gegensatz zu einem Menschen selbst, immer schwer und nur ungenau angeben, so ist es auch bei Goßwitz. Aus der Geschichte des Saalfelder Erzbergbaues geht hervor, dass in den Fluren um Goßwitz schon in den Jahren um 1295 Bergbau auf Kupfer, Silber, Kobalt und Eisenerz betrieben wurde. Der Eisenstein lag z. T. offen zutage und man holte ihn auf dem Waldpfad zwischen Goßwitz und Hohenwarte, dem sogenannten Eisensteinweg. Und noch heute gibt es in Goßwitz einen Platz, den man den „Eisenstein“ nennt.
 
Man kann annehmen, dass dort wo die Menschen Arbeit fanden, sie auch irgendwo wohnen mussten und hier eine Siedlung gründeten. Der hoch über Goßwitz entspringende Wutschenbach spendete den ersten Bewohnern, die nach vorherrschender Meinung Sorben waren, in jener Zeit wohl das notwendige Wasser. Der Bach fließt durch Goßwitz und dann das ganze Wutschental hinab nach Kaulsdorf, wo er endlich in der Saale mündet. Man kann durchaus sagen, dass der Wutschenbach der Grund für die Entstehung des Ortes Goßwitz ist.
 
Im Staatsarchiv Rudolstadt findet man dann aber eine Urkunde vom 30. September 1381 des Grafen Heinrich von Schwarzburg und Herren zu Blankenburg, die den Nachweis der ersturkundlichen Erwähnung des Ortes Goßwitz, hier noch Gosswdtz genannt, liefert. Damit steht nun das urkundlich belegte Geburtsjahr des Ortes fest.

Der Name Gosswdtz bzw. Goswydtz geht auf das altslawische "gosz" zurück. Dies bedeutet "dichter Wald, Schutz, Obdach". Mit der Endung "-witz" - also "goszvice", kann man den Namen mit "Walddorf" umschreiben. Auch die heute noch sehr gebräuchlichen Ausdrücke für Goßwitz - Gostz oder Goßsch - erinnern noch sehr an die o.g. altslawischen Namen (Quelle: Rudolstädter Heimathefte 11/12-1979).
 
Allmählich wurde Goßwitz immer größer. Im Personenregister des Jahres 1674 waren im Ort 22 Männer, 18 Knechte und Knäblein, 25 Frauen und 24 Mägde und Mägdelein verzeichnet, also insgesamt 89 Personen. 1871 waren es dann 525, 1885 schon 677 und 1960 1105 Einwohner. Heute leben fast 1000 Menschen in Goßwitz.

Bis etwa 1830 gab es in Goßwitz keine eigene Schule. Die Kinder des Ortes mussten nach Großkamsdorf zur Schule gehen. Ab 1950 wurden die Schulen von Goßwitz und Bucha zusammengeschlossen, es gab in jedem der beiden Orte ein Schulgebäude. 1958 wurde das ehemalige Betriebsgebäude der Grube „Sommerleite“, das sogenannte „Komsomol“, mit 2 Klassenräumen und einer kleinen Turnhalle
 
Die erste Kirche wurde 1543 in Goßwitz geweiht, 1717 folgte der Bau des zweiten Gottes-hauses und schließlich 1868-77 entstand die noch heute vorhandene „Sankt Nikolai-kirche“. Seinen Ursprung nahm der Ort mit wenigen Häuser um den Platz, wo sich heute der Teich befindet.
 
Die wirtschaftliche und soziale Lage der Gemeinde und ihrer Einwohner war recht wechselhaft, aber zumeist sehr schwierig. Ihren Lebensunterhalt verdienten die Menschen fast ausschließlich im Bergbau. Angesichts der primitiven Abbaumethoden und der gesellschaftlichen Verhältnisse, gab es mit dieser harten Arbeit jedoch nur wenig zu verdienen. Man versuchte deshalb in den Familien durch Feldbestellung , Viehhaltung und auch Heimarbeit (Puppenherstellung) noch zusätzlich etwas zu verdienen. Kinderarbeit war dabei  selbstverständlich, ob im Bergbau oder beim Tagelöhnern.
 
Da es keine oder nur ganz wenige Steuerzahler gab, befand sich damit auch die Gemeinde immer in finanzieller Notlage und war auf behördliche bzw. obrichkeitliche Zuschüsse angewiesen.
 
Die Jahre um 1845 waren für Goßwitz und ihre Menschen besonders schwer. Es herrschte weit und breit Hungersnot und große Teuerung, es musste extra eine Brotbäckerei für Arme eingerichtet werden.
 
Bis Ende 1849 hatten ca. 150 Personen Goßwitz verlassen und anderswo Arbeit gesucht, der größte Teil der Goßwitzer war an den Bettelstab gebracht worden und auch diejenigen, die noch beschäftigt waren, mussten zum Teil auch noch auf die Wanderschaft.
 
Für die Zurückbleibenden brach eine Arbeits- und Nahrungslosigkeit nie gekannten Ausmaßes ein, so ging es viele Jahrzehnte hindurch.
 
Auch die im Umkreis von Goßwitz beginnende Industrialisierung brachte zunächst für die Menschen hier keinen großen Wohlstand.
 
Am 14. 3. 1822 wurde im Wutschental bei Kamsdorf eine Kupferhütte in Betrieb genommen, die jedoch schon 1867 aus wirtschaftlichen Gründen wieder geschlossen wurde. Diese Kupferhütte ist heute noch im Volksmund als Schmelzhütte bekannt und auch das zu ihr gehörende Pochwerk.
 
Die im Jahr 1870 in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke Gera-Saalfeld-Eichicht-Probstzella nährte auch die Hoffnung auf eine Belebung des hiesigen Bergbaus.
 
Dann wurde 1872 mit dem Bau einer Hütte zwischen Unterwellenborn und Kamsdorf begonnen (Maxhütte), in der bereits 1875 das erste Eisenerz aus dem heimischen Revier verschmolzen wurde. Das Erz wurde zuerst mit Pferdegespannen und später, ab 1882, mittels Schmalspurbahn nach Unterwellenborn befördert.
 
In diesen Jahren schien auch Goßwitz aufzublühen. Hierzu trug auch die ab 1885 durchgeführte Separation (Neuaufteilung) der Flur Goßwitz, und damit auch des Ackerlandes, bei. Die alten Bergmannskaten und Haldenhäuser wichen allmählich besseren Wohnstätten,  in der Gemeinde wurde eine neue Kirche, ein Schulhaus, eine Wasserleitung und vieles mehr geschaffen.
 
Möglich wurde dies auch durch das Geschick mutiger, tatkräftiger Dorfschulzen und nicht zuletzt durch das Mitwirken verantwortungsvoller Einwohner.

Doch der Erste Weltkrieg brachte für Goßwitz wieder große Rückschläge. Es gab in der Bevölkerung nur Verlierer - keine Kriegsgewinner. Der Gemeindevorsteher gab am 17. November 1923 in seiner Rechnungslegung für die Gemeindekasse ein Minus von 345 Billionen 999 Milliarden 68 Millionen 24 Tausend und 465 Mark an. Ob dies in der herrschenden Inflation viel oder wenig war, sei dahingestellt, das Ende für die Gemeinde Goßwitz war wieder einmal nahe.
 
Auch in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit von 1926 bis 1935 lag Goßwitz bei den Arbeitlosen- und Unterstützungsempfänger-Zahlen an der Spitze in der Region. Erneut herrschte im Ort große Armut.
 
Dann kam der Zweite Weltkrieg mit seinen verheerenden Folgen. Viele Männer mussten mit in den Krieg ziehen und nur ein Teil kam wieder zurück. Die Gefallenen und Vermissten sind Zeugnis für die Sinnlosigkeit eines Krieges. Die materiellen Kriegsschäden in Goßwitz waren zum Glück nicht groß.

Politisch gehörte das Dorf Goßwitz seit 1815 dem Kreis Ziegenrück an, und war wie die Orte Großkamsdorf, Kleinkamsdorf und Kaulsdorf preußische Exklave. Nach 1945 kam Goßwitz zum Kreis Saalfeld und zum Bezirk Gera. Wie bekannt ist, gab es in der DDR ja keine Länder, sondern Bezirke. Thüringen gab es “nur” bei den “Thüringer Rostbratwürsten” und den “Thüringer Klößen” !
 
Mit der “Zentralisierung der Verwaltung” in der DDR wurde 1951 die bis dahin selbst-ständige Gemeinde Bucha an Goßwitz angegliedert. Bucha mit dem Saalthal wurden Ortsteil von Goßwitz. Man hatte nun eine gemeinsame Gemeindeverwaltung und einen gemeinsamen hauptamtlichen Bürgermeister. Beide hatte den Sitz in Goßwitz, Am Anger 1.
 
Nach  über 40 Jahren DDR kam 1990 die Wiedervereinigung Deutschlands und eine neue Länder- und Landkreisaufteilung im Osten Deutschlands. Goßwitz mit Bucha und dem Saalthal gehören seitdem zum Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und zum Land (jetzt mittlerweile Freistaat) Thüringen. Aufgrund der Tatsache, dass nur noch Gemeinden über 3000 Einwohner einen hauptamtlichen Bürgermeister haben konnten, schlossen sich die Gemeinden Unterwellenborn, Könitz, Birkigt, Lausnitz und auch Goßwitz zur Verwaltungs-gemeinschaft Unterwellenborn (VG) zusammen. Die politische und wirtschaftliche Eigenständigkeit dieser einzelnen Gemeinden blieb vorerst noch erhalten, jedoch gab es außer in Unterwellenborn in den kleineren VG-Gemeinden nur noch einen Bürgermeister im Ehrenamt sowie je einen Gemeinderat.

Im Frühjahr 2006 kam es dann durch die Beschlüsse aller Gemeinderäte der VG-Gemeinden und zuletzt der Thüringer Landesregierung zur freiwilligen Gründung einer neuen Gemeinde mit fast 7000 Einwohnern, zu der sich alle Gemeinden der ehemaligen VG mit ihren Ortsteilen zusammenschlossen. Diese erhielt wieder den Namen Unterwel-lenborn und ihre heutigen Ortsteilen sind Birkigt, Bucha, Dorfkulm, Könitz, Langenschade, Lausnitz, Oberwellenborn, Unterwellenborn und natürlich Goßwitz.


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